Sprache und kognitive Netzwerke

Sprache entsteht durch dynamische Interaktionen zwischen verteilten kortikalen Regionen und nicht durch statische funktionelle Module.

Wir kombinieren neuronavigierte Sprachkartierung, individuelle Konnektivität und chronometrische interleaved TMS-fMRT. In Bildbenennungsexperimenten vergleichen wir Stimulationsorte und -zeitpunkte und messen zugleich Reaktionen jenseits des stimulierten Kortex.

Wann reagieren Sprachnetzwerke auf Stimulation?

Mithilfe der chronometrischen interleaved TMS-fMRT kann die Stimulation zu präzise definierten Zeitpunkten während der Sprachproduktion appliziert werden. Dadurch lässt sich untersuchen, wann und wo Sprachnetzwerke besonders anfällig für Störungen oder Modulationen sind. Dieser Ansatz ermöglicht die Erforschung der zeitlichen Verarbeitungsstufen, die der Sprachproduktion zugrunde liegen, und liefert neue Einblicke in die dynamische Organisation des menschlichen Sprachsystems. Die gemessenen Netzwerkantworten helfen zu verstehen, warum ein Benennfehler nicht allein als lokale Störung erklärt werden kann.

Arbeitsgedächtnisexperimente bieten einen ergänzenden Zugang zur zustandsabhängigen Aktivierung präfrontaler Netzwerke. Gemeinsam bilden diese Ansätze eine methodische Grundlage für unseren Beitrag zu EPICONN.

Chronometric interleaved TMS-fMRI shows state-dependent network effects underlying speech production ↗

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Von der Sprachlokalisation zur Perturbation

Ablauf von fMRT-Sprachlokalisation über neuronavigierte TMS und Benennfehler bis zur Wahl eines TMS-fMRT-Ziels
Individuelle fMRT-Karten leiten die Stimulation. Benennreaktionen helfen, sprachrelevante Orte für anschließende TMS-fMRT-Experimente zu charakterisieren.

Laut- und Gebärdensprache

Verena Witz untersucht in ihrem DOC-Stipendienprojekt die Verarbeitung von Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS) und Deutsch mit fMRT und TMS. Damit erweitert sie unsere Forschung zur Organisation von Sprache über verschiedene Modalitäten hinweg.

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Gemeinsame Forschung: Ort, Konnektivität und Zeitpunkt

Unser Sprachforschungsprogramm verbindet Maria Vasileiadi, Anna-Lisa Schuler, Michael Woletz, Verena Witz und weitere Kooperationspartner:innen. Die Studie von 2023 kombinierte getrennte fMRT- und neuronavigierte TMS-Messungen, um räumliche Unterschiede bei der Sprachkartierung zu erklären. Die spätere chronometrische Studie untersuchte zeitabhängige Netzwerkreaktionen während der Objektbenennung; John Coetzee aus Stanford gehört zu ihren Koautoren.

Speech Arrest, Zeitpunkt und Sprachnetzwerke

Was passiert im Sprachnetzwerk, wenn TMS die Sprachproduktion unterbricht? Unsere Studie von 2026 verbindet individuelles Sprachmapping mit Hirnantworten auf Stimulation zu unterschiedlichen Zeitpunkten während der Bildbenennung.